Bosseln - eine norddeutsche (Herbst-)Sportart

Der folgende Beitrag zu meiner Homepage stammt von Hartmut Rocker aus Oldenburg:

... Ein weiterer Brauch hier oben ist das Bosseln. Dazu wird von zwei gegnerischen Mannschaften eine Holzkugel mit möglichst wenig Würfen so weit wie möglich über eine vorher abgesteckte Strecke auf der Landstraße gerollt.
Während den Hobbymannschaften dabei mehr geselliges Beisammensein und der eine oder andere Korn wichtig sind, wird von den Vereinsmannschaften das Ganze sehr ernst gesehen.

Die Kugeln gibt es in diversen Größen, denn auch Frauen und Kinder haben sich in Vereinen organisiert und die Wettkämpfe sind bierernst! Da geht es um Ehre und Ansehen, und da vertragen viele Ostfriesen absolut keinen Spaß. Nichts schlimmer, als wenn das Nachbardorf besser da steht, als das eigene!
Sollte die Kugel im Straßengraben verschwinden, wird sie von den Spielern gesucht und mit einem "Krarber" (hochdeutsch: Kratzer = einem langen Stiel mit einem groben Metall- Gitterkorb daran) wieder herausgefischt.

Sieht man als Tourist während einer Landpartie am Straßenrand Hinweisschilder mit dem Wort "Bosselspiele" (sprich: Booßelspiele), sollte man sehr vorsichtig fahren.Trifft so ein Pockholt das Auto, hat das Auto eine Beule, die Spieler sorgen sich eher um die Kugel als ums Auto und bestimmt ist eine Mannschaft wütend, da ihr Wurf versiebt wurde. Kurzum: da wird keiner Freude dran haben...

Mehr zum Thema Bosseln (oder Boßeln) finden Sie auf dieser Seite.

 
Pockholt
zurück zur Herbstseite